• Silke Naun-Bates

Selbstentdeckung: Der Sclüssel zur Freiheit

Uns selbst entdecken wir nicht durch denken. Wir entdecken uns, wenn wir aufhören unsere Gedanken unkontrolliert davongaloppieren zu lassen und uns ein paar einfache, doch wesentliche Frage stellen.


Der ganz alltägliche Denk-Wahnsinn

Kaum schlägst Du morgens Deine Augen auf, schon geht es los: Deine Gedanken fangen den Tag bereits an, während Dein Körper noch schlafwarm im Bett liegt und einfach nur noch ein Weilchen dort liegen möchte, bis er richtig wach ist. Doch nein, Dein Denkapparat gibt keine Ruhe. Die Gedanken springen in die Zukunft, nah oder weit entfernt, bevor sie eine steile Linkskurve nehmen und Dich zurück in den gestrigen Tag beamen. An Schwung zunehmend erstellen sie eine imaginäre To-do-Liste für den noch taufrischen Tag, während sie Dir aufzeigen, was Du in der vergangenen Zeit alles versäumt hast, zu tun.


Wie in Trance wanderst Du in Bad, blickst in den Spiegel und beginnst Dich routiniert für den Tag zu richten, während Deine Gedanken weiterhin bereits dort sind, wohin Dein Körper erst noch folgen wird: auf der Arbeit, bei anstehenden Terminen Deiner Kinder, der Geburtstagsfeier, die heute Nachmittag ansteht, das lang ersehnte Date morgen Abend, was Du tun könntest, um Dein Problem zu lösen, dass die Wäsche noch gewaschen und das Bad geputzt werden muss, bevor er Dich erneut mit in die Vergangenheit nimmt. An den Ort, den Dein Körper ganz sicher nicht mehr aufsuchen wirst, bevor Dich schnurstracks in das Leben nahestehender oder fast fremder Menschen transportiert. Den Leben, in denen Du weiß Gott nichts zu suchen, geschweige denn zu lösen oder zu beurteilen hast. Doch das interessiert Deine Gedanken nicht die Bohne. Sie haben so vieles zu bedenken, zu beachten, zu planen und zu bewerten, dass ihnen so manches Mal nicht einmal der normale Tagesrhythmus ausreicht, nein, sie halten Dich bis spät in die Nacht wach oder stören Deinen Schlaf, indem sie Dich unsanft aus Deinen Träumen wecken, nur um Dich an das zu erinnern, was Du im Schlaf zu vergessen suchst.


Um den Lärm Deiner eigenen Gedanken zu entfliehen, schaltest Du das Radio ein. Musik, am besten so laut, dass Du Deine Gedanken nicht mehr hörst und für einige Minuten hast Du den Eindruck ganz bei Dir zu sein - bis ein Song ertönt, der Erinnerungen weckt, die Werbung oder ein Nachrichtensprecher Dich unsanft in die Welt Deiner Gedanken zurückholt. Es soll sogar Menschen geben, die bereits morgens zu einem Drink greifen, um ihren Gedanken Einhalt zu gebieten. Andere powern sich sportlich aus, da sie die Erfahrung gemacht habe, dass ihr Gedankenstrom abebbt, wenn sie ihren Körper über Maß beanspruchen und manch einer hat bereits davon gehört, dass Meditation helfen soll, und übt nun jeden Tag fleißig, seine Gedanken still zu bekommen.


Während Du erledigst, was an diesem Tag ansteht, halten Deine Gedanken nicht einen Moment inne! Nein, das tun sie nicht. Du hast nur ab und an den Eindruck, dass Du nicht denkst, da Deine Gedanken von Gedanken anderer übertönt werden. Sei es durch das Lesen eines Buches, das Hören eines Liedes, beim Schauen eines Filmes, im lauschigen Gespräch mit Freunden.


Wenn Du aufmerksam bist, wirst Du bemerken, dass alles was Du tust durch das Hintergrundrauschen Deiner Gedanken, welches sich über den Tag immer wieder in den Vordergrund drängt, begleitet wird.


Mittlerweile ertappst Du Dich bereits dabei, dass Du Deinen Gedanken Rede und Antwort stehst und diese, Himmel hilf, auch noch laut aussprichst. Vor noch gar nicht allzu langer Zeit wurden Menschen, die beim hörbaren Dialog mit ihren eigenen Gedanken erwischt wurden, in eine Psychiatrie eingewiesen. Viele Menschen nennen das auch Selbstgespräche führen. Doch, das ist aus meiner Sicht etwas vollkommen anderes. Unser Selbst hat kein Interesse daran, uns beschäftigt zu halten. Weder gedanklich, noch körperlich.


Wer oder was ist es dann, was diesen scheinbar nicht enden wollenden Gedankenstrom auslöst? Und sind wir überhaupt in der Lage diesen zu stoppen? Wenn ja, was geschieht dann? Löse ich mich auf? Sterbe ich am Ende gar?


Ja, Du stirbst.


Ist das nicht eine sensationell gute Nachricht!! Nicht? Für mich ist es ist die schönste und wundervollste Nachricht, die ich Dir überbringen kann und darf.


Dein kleines, begrenztes ICH wird sterben. Dieses ICH, in das Du so viel wertvolle Lebenszeit, Geld und Kraft investiert hast. Dieses ICH, das Bescheid weiß und alles, was es erfährt und erlebt im engen Rahmen seiner beschränkten Sicht interpretiert, beurteilt und bewertet. Das ICH, welches sich über andere emporhebt oder sein Licht unter den Scheffel stellt. Dieses ICH, dass jeden Tag darum kämpft seine Bedürfnisse zu befriedigen und sich so sehr nach Frieden, Freiheit und Liebe sehnt, ohne sie je als langfristige Begleiter an ihrer Seite zu haben. Das ICH, dass sich anmaßt zu verurteilen und zu vergeben. Dieses ICH, dass Dich heute himmelhochjauchzend und morgen zu Tode betrübt sein lässt.


Dieses ICH – es wird sterben. Sich auflösen. Sobald Du Dich selbst entdeckst. Dann wirst Du Gespräche mit Dir selbst führen, so wie sie ursprünglich gemeint waren. Du wirst Dir Deiner selbst bewusst und selbst-bewusst Dein Leben gestalten. In der Gewissheit Deiner Selbst wirst Du selbst-sicher jedwede Herausforderung Deines Lebens meistern und Dir selbst vertrauend voranschreiten.


Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du den Mut in Dir findest, um Dich auf Deine ganz persönliche Selbst-Entdeckung zu begeben und alles zu hinterfragen, was Du denkst, bereits zu wissen, dass Du Dein Selbst erkennst und selbst-bewusst Deinen weiteren Weg gehst. Rein aus der Freude am Sein, dem Ruf Deiner Seele folgend, um als strahlendes Leuchtfeuer zu dienen, für diejenigen, welche sich (noch) in Gefangenschaft ihrer begrenzten ICH-Persönlichkeit befinden.


Dich selbst entdecken – der erste Schritt

Erkenne, dass wir alleim Rahmen unserer Persönlichkeit agieren und reagieren, dass diese Persönlichkeit durch Erfahrungen geprägt wurde und sich dementsprechende Überzeugungen gebildet haben. Dass dieses „Ich“ eine Illusion ist, so perfekt, dass wir glauben, die Illusion sei real. Sobald dieses Erkennen geschieht, kommen unweigerlich Fragen auf: Wenn ich all das nicht bin, sondern nur ein Bild, welches durch mein Umfeld, meine Erfahrungen und mich geprägt wurde — wer bin ich dann? Wieso denke ich, was ich denke? Woher kommen meine Gedanken, wohin gehen sie? Gibt es einen Unterschied zwischen Emotionen und meinen Gefühlen? Wer bin ich wirklich? Wo ist dieses „ich“? Was ist die Seele? Was ist das Selbst? Gibt es hier einen Unterschied oder wird mit diesen Worten ein und dasselbe beschrieben?


Du wirst auf diese Fragen viele Antworten in Büchern, auf Seminaren, in Filmen und von anderen Menschen hören. Nimm Dir daraus, was Du meinst zu brauchen, doch sei Dir bewusst, dass Du Dich mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit weiterhin im Rahmen Deiner Persönlichkeit bewegst und diese „nur“ erweiterst. ICH kann sehr trickreich sein. 😉

Die Antworten auf diese Fragen kommen aus Dir selbst. Sie MÜSSEN aus Dir selbst geboren werden. Erst dann wirst Du das, wonach Du Dich so sehr sehnst, Dich frei und authentisch auszudrücken und der Welt zu zeigen, erleben.


PS: Keine Panik! Du wirst weiterhin am Leben teilhaben, Emotionen spüren, denken, Dich weiterbilden und träumen, ebenso wie Dir auch weiterhin Herausforderungen begegnen, doch ob Du sie noch als Herausforderung empfindest, ist eine andere Frage, die Du Dir selbst beantworten darfst.


… und meditieren ist toll! :D

© 2020 by Silke Naun-Bates

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